Ruine Tudoburg

 

Vermutlich war die Tudoburg einst Sitz der Herren von Honstetten, deren erste urkundliche Erwähnung fällt in den Zeitraum von 1050 und 1135. Bereits 1362 gingen Honstetten und die Tudoburg an die Herren von Hewen. Im Jahre 1362 wird in einer Urkunde der Brüder Burkhard und Heinrich von Hewen erstmals die Burg Harperg als im Besitz des Geschlechts erwähnt. Die auf dem Hartberg gelegene Ruine Tudoburg wird mit der Burg Harperg als identisch angesehen. Die Brüder Burkhard und Heinrich von Hewen verpflichteten sich in dieser Urkunde, mit 10 Mann sowie mit ihrer Feste Althewen und ihrer Feste Harperg auf ein Jahr den Habsburgern zu dienen. Die drei Burgen Hohenhewen, Neuhewen und Hewenegg hatten die Aufgabe, den Schutz der Herrschaft Hewen nach Süden, Westen und Norden zu übernehmen, die Tudoburg deckte den Osten ab. Die Tudoburg ging 1398 mit Hewen an Österreich. 1404 kam die Tudoburg mit der Herrschaft an die Grafen von Lupfen-Stühlingen, nach deren Austerben an die Grafen von Pappenheim und schließlich durch Erbgang/Heirat an die Fürstenberger, 1839 an Langenstein. Seit 1872 gehört die Burg zum Besitz der Grafen von Douglas.

Über die Zerstörung der Tudoburg ist nichts überliefert, jedoch war die Burganlage bereits vor dem Dreißigjährigen Krieg eine Ruine. Dafür gibt der Güterbetrieb der Herrschaft Hewen von 1563 und 1588 einen Anhaltspunkt: „Hardberg (ehemaliger Name für die Tudoburg), das Schloß und Statt mit aller seiner zugehört, wie das noch zugegen statt und mit einer Mauer umfangen und was innen dieser Zeit (Blutacker) auf fünf Vierling ..... Wiesen und Garten geschätzt wird.“ Demnach war die Vorburg der sogenannte Blutacker, bereits 1588 in landwirtschaftlicher Nutzung. In allen schriftlichen Quellen der folgenden Jahrhunderte wird die Tudoburg nur noch als Orientierungpunkt für Gewann- und Gemarkungsmessungen benannt.

Der große Acker vor der Vorburg wird nach alten Urkunden und im Volksmund „Blutacker“, das nördlich gelegen Gewann „Herrenbreite“ und die sich verengende südliche Talschlucht „Hölloch“ genannt. Es wird von einer furchtbaren Schlacht auf der Vorburg berichtet, dort sei gekämpft worden und viel Blut geflossen. Im Volksmund sollen Tuto und sein Geschlecht Raubritter gewesen sein .

Im Generallandesarchiv in Karlsruhe befindet sich unter der Rubrik „Judensachen" ebenfalls ein interessanter Hinweis auf die ehem. Tudoburg: "In der Landgrafschaft Nellenburg finden sich schon Juden aus früher unbekannter Zeit, die eine eigene Stadt, die Judenstadt, jetzt in Ruinen liegend, an der nun ebenfalls zerfallenen Feste Harburg – zwischen Eigeltingen und Honstetten – bewohnten.“ Die Tudoburg wird im Volksmund auch „Stadtle“ oder „Judenstädtle“ genannt und soll bereits im 13.Jh. als „Judenburg“ bezeichnet worden sein. Die Hewener Urabrien von 1563 und 1588 nennen ebenfalls „Harperg, Schloß und Stadt.“ Nach einer alten Sage wurde die Stadt im Jahre 1348 zerstört und die jüdischen Einwohner ermordet. In diesem Zusammenhang ist interessant, daß die mündliche Überlieferung berichtet, daß 1369 Honstetter nach Meßkirch gezogen sind.

An der Straße von Honstetten nach Eckartsbrunn befand sich noch bis vor wenigen Jahrzehnten das „Judenbrünnele“, auch „Tudobrunnen“ genannt, und nach dem Volksmund haben dort die Juden aus dem „Städtle“ ihr Wasser geholt. Pfarrer Thoma berichtete Ende des 18.Jh.: „Am Wege nach Aach im Eckartbrunner Bann ist ebenfalls ein Brunnen, welcher der Judenbrunnen genannt wird, dessen Wasser wurde, wie man heute noch sieht, in das Judenstädtle hinübergedeichelt.“

Die Schreibweise des Namens Tuto war ursprünglich im 11.Jh. Dudo, Duto, Tudo, Toto und Tuoto. Der Name Dudenstädtle, Dudenbrunnen ist in der Folge aus Unwissenhaft vermutlich in den Namen Judenstädtle, Judenbrunnen übergegangen. Mit der Bezeichnung „Städtle“ im Gegensatz zum Dorf beabsichtigte die Bevölkerung von Honstetten, den Unterschied zwischen sich und der Burgherrschaft auszudrücken.

Quelle: www.tudoburg.de (ehem. aktive Webseite)

 

siehe auch :
Wikipedia: Tudoburg
    DieTudoburg auf www.honstetten.com
    Die Tudoburg bei den Hegauritter.net
GPS :
N 47.87916 / E 8.88631

 

 

 


 
 
15.05.2009